Fortschrittsbericht: Projekt zur nachhaltigen Armutsbekämpfung „Birmadu Folle“, Äthiopien Kindernothilfe-Projekt 60953
Im Jahr 2008 unterstützte der Meisterbetrieb Hasenkamp Sanitär Heizung Klima die Weihnachtsaktion der Kindernothilfe „Spenden statt Präsente“ und wurde somit seiner sozialen Verantwortung bewusst. Im Folgenden können Sie den Nachbericht der Kindernothilfe lesen und nachvollziehen was mit den Spenden erreicht wurde: Das „Birmadu Folle“ – Projekt liegt in der Oromia Region, im Busa Harbu Gürtel, rund 80 Kilometer von der Hauptstadt Addis Abeba entfernt.Fast die gesamte Bevölkerung lebt von der Landwirtschaft.
Doch die Erträge reichen kaum aus, um die Familien ernähren zu können. Damit ihre Familien überleben können, müssen viele Kinder in der Region hart arbeiten und haben keine Möglichkeit, eine Schule zu besuchen. Auch die medizinische Versorgung und der Zugang zu sauberem Trinkwasser sind völlig unzureichend.
Die Kindernothilfe und ihre Partnerorganisation „Facilitators for Change Ethiopia“ (FCE) setzen sich für die Familien in der Region ein. Ziel des Projektes ist, dass die Menschen ihre Armut aus eigener Kraft überwinden. Im Fokus steht die Grundbildung von 1.800 Kindern in alternativen Grundschulzentren. Die Mädchen und Jungen hatten bislang keine Möglichkeit, eine Schule zu besuchen. Jugendliche können eine Berufsausbildung zu absolvieren. Alleinerziehende Mütter und ihre Kinder werden durch Selbsthilfegruppen gefördert und die Gründung autonomer Bauernverbände ermöglicht es den kleinbäuerlichen Familien, endlich von ihren Ernteerträgen leben zu können. Alternative Grundbildung und Berufsausbildung für Kinder und Jugendliche Dank der großzügigen Unterstützung der Hasenkamp GmbH im letzen Jahr konnten die zwölf Grundbildungszentren mit Lehrmaterial, Kreide, Karten, Papier, Marker-Stiften, Notizblöcken, Büroklammern, Bällen, Volleyballnetzen und Erste-Hilfe-Material ausgestattet werden. Neun der Grundbildungszentren wurden im letzen Jahr um weitere Klassenzimmer erweitert. Alle zwölf Schulen des Projektes haben nun nicht mehr nur zwei, sondern vier Klassenzimmer. So können nun deutlich mehr Kinder unterrichtet werden. Durch den Anbau entsprechen die Bildungszentren nun zudem den staatlichen Anforderungen. Ziel des Projektes ist es, dass die Schulen nach Ende der Projektlaufzeit vom Staat übernommen und weiter gefördert werden. Die Projektmitarbeiter ermutigen die Bauernfamilien, ihre Kinder zur Schule zu schicken. Im letzten Schuljahr wurden 437 Jungen und 440 Mädchen im ersten Grundbildungsjahr eingeschult. Im Jahr 2008 besuchten insge samt 956 Jungen und 1020 Mädchen die 12 Grundbildungszentren. Besonders erfreulich ist der hohe Anteil der Schülerinnen. 43 Alleinerziehende Mütter werden dabei unterstützt, sich eine Existenzgrundlage aufzubauen. Sie können z.B. an einem Schneider-Kurs teilnehmen. Mithilfe eines Kleinkredites können sie eine eigene Nähmaschine kaufen und ein kleines Geschäft eröffnen. Lehrer und Freiwillige haben an einer dreitägigen Schulung zu Lehrmethoden teilgenommen, damit sie die Kindern bestmöglich unterrichten und fördern können. 103 Jugendliche konnten im letzten Jahr an dem Berufsausbildungsprogramm des Projektes teilnehmen. Sie haben u.a. das Frisörhandwerk, Weben, Holzverarbeitung oder Sticken gelernt.
Frauen-Selbsthilfegruppen Durch die Gründung von Selbsthilfegruppen verbessert das Projekt die Lebenssituation von rund 2.500 Kindern nachhaltig, indem ihre Mütter sozial und wirtschaftlich gestärkt werden. Im letzt en Jahr wurden 11 neue Gruppen mit insgesamt 197 Mitgliedern gegründet. Insgesamt gibt es nun 59 Selbsthilfegruppen mit 1.213 Mitgliedern. Die Mütter werden dabei unterstützt, sich eine Existenzgrundlage aufzubauen, z.B. durch Berufsbildungs- Kurse und Kleinkredite. Durch die regelmäßigen Treffen in ihren Gruppen wurde zudem der soziale Zusammenhalt gefestigt.
Autonome Bauernverbände Das Projekt unterstützt die Kleinbauern dabei, sich zu Vermarktungs-Organisationen zusammenzuschließen. Damit soll erreicht werden, dass die Bauern bessere und faire Preise für ihre landwirtschaftlichen Erzeugnisse erzielen. Sie erhalten Hilfe bei der Entwicklung kreativerer Vermarktungsstrategien und werden dabei unterstützt, zur günstigsten Zeit Saatgut lokal einzukaufen, um mehr Einkommen erwirtschaften zu können. Zudem lernen sie, Reserven für Dürreperioden anzulegen, um solchen externen Schocks nicht völlig hilflos ausgeliefert zu sein. Ziel ist die nachhaltige Stärkung der lokalen Strukturen, damit die Bauern nicht mehr auf Hilfe von außen angewiesen sind und die Entwicklung ihrer Region selbst weiterführen können.
Mittlerweile haben sich bereits 20 dieser kleinbäuerlichen Organisationen gegründet. 187 Vertreter der Bauern haben an einer fünftägigen Fortbildung teilgenommen und in dieser Zeit viel über Vermarktungsstrategien und andere relevante landwirtschaftliche und geschäftliche Themen gelernt. 150 Bauern haben ihren Anbau diversifiziert und mit dem Anbau von Linsen begonnen. Einen Teil ihrer Ernte haben sie an eine der Bauern-Organisationen übergeben, die ihn wiederum gewinnbringend an eine staatliche Kooperative weiterverkauft hat. Auf diese Weise konnten die Bauern wirklich einen guten Preis erzielen. Dank der Verbände werden die Kleinbauernfamilien bald in der Lage sein, ihre Kinder ausreichend ernähren und versorgen zu können.
Ausblick Ende 2009 endet die erste Phase des Projekts mit einer Evaluierung, die gerade zwischen der Kindernothilfe und dem Projektträger FCE diskutiert wird. Da die Projektaktivitäten derzeit noch nicht ohne externe Hilfe fortgeführt werden können, möchte die Kindernothilfe das Projekt auch in der nächsten Projektphase unterstützen. Die Empfehlungen der Evaluierung sollen dabei berücksichtigt werden. |